Die Bademode von Agent Provocateur 2013 – etabliert aber immer noch provozierend

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Als Frau kommt man kaum am Label Agent Provocateur vorbei. Denn was Bademode und Unterwäsche angeht, ist diese Marke nicht nur super sexy, sondern sie glänzt in jeder Saison mit neuen Ideen und politischen Provokationen. Das dürfte eigentlich niemanden wundern, der die Firmengeschichte des Unternehmens ein wenig studiert hat. Niemand geringeres als Joseph Corre erfand das Label – der Sohn von Punkdiva und Designerin Vivianne Westwood. Bekannt wurden die Stücke von AP vor allem durch ihre tollen Schnitte und die intensiven Farben. Ein andere Aspekt war ganz sicher die Zusammenarbeit mit den großen Stars. Kylie Minogue machte für AP genauso Werbung wie Dita von Teese. Womit wir gleich beim Stichwort wären: Werbung.

Agent Provocateur versuchte immer wieder durch seine provokative Werbung Aufmerksamkeit zu erregen. Dazu zählte nicht nur ein angriffslustiger Anti-Bush Spot, sondern auch ein Auftritt während einer Modeschau von Vivianne Westwood. Ein Model trug einen orangefarbener Slip, der zusammen mit einer Menschenrechtsorganisation entworfen worden war. Dieser zeigte die Aufschrift Fair Trial my Arse. Mit diesem Statement sollte gegen die Behandlung von Gefangenen in Guantanamo demonstriert werden. Durch Kampagnen wie diese, stellte sich bei AP schnell großer Erfolg ein. Dies wird auf ein gutes Marketing – und ein ausgereiftes Firmenkonzept zurückzuführen sein. Ganz bestimmt, wird es aber auch nicht geschadet haben, auf einen so umfangreichen Erfahrungsschatz wie den von Vivianne Westwood zurückgegriffen zu haben. Wie die Geschichte nun letztlich im Detail verlief, ist aus der Distanz schwer nachzuvollziehen. Was wir sicher wissen, ist, dass AP großartige Mode macht. Das sehen wir nicht nur an den Kollektionen der Vergangenheit, sondern spiegelt sich auch in der neuen Bademodekollektion des Unternehmens.

Betont sexy sind die einzelnen Stücke. Ganz in der Tradition von hochwertiger, aufreizender Mode, schafft es AP wieder einmal, den Herren die Zunge aus dem Hals hängen zu lassen. Die Spanne der unglaublichen Teile (die auf den ersten Blick wirklich nur eine Botschaft haben: Sex) reicht von knappen Einteilern zu noch knapperen Zweiteilern. Ganz nach dem Motto: „weniger ist mehr“. Was man bei dieser Aufsehen erregenden Bademode allerdings oft vergisst, ist der geistige Background der Kollektion. Die Designer des Hauses haben sich vor allem von der Bademode der siebziger Jahre inspirieren lassen und deren Elemente mit der Jetztzeit konfrontiert. Herausgekommen ist dabei zeitgemäße Bademode, die mit dem Finger sogar in Richtung Zukunft zeigt. Gemeint sind damit vor allem die Monokinis, die fast ein wenig an die sexy Einteiler weiblicher Superheldinnen a la Superwomen erinnern. Diese Stücke werden wirklich jeden Mann verzaubern und definitiv Drama an den Strand bringen. Wem diese Einteiler dann doch etwas too much sind, der findet bei Agent Provocateur auch etwas schlichtere Bikinis.

Das gilt aber nicht unbedingt für die aufregenden Farben. Was die Stoffe angeht, so muss dieses Jahr alles super bunt und grell sein: helles Blau, Grün, Gelb und Pink. Das sind die Farben, mit den Agent Provocateur zwar schon länger arbeitet, anscheinend haben sie dieses Jahr aber auch den Weg in die Bademodekollektionen manch andere Designer gefunden. Ob sich die Designer bei den Ideen von AP bedient haben, oder lediglich dem Retrotrend der 80s-Farben gefolgt sind, wird sich nicht abschließen klären lassen. Agent Provocateur bleibt mit seiner diesjährigen Kollektion wirklich seiner Linie treu – und mit treue muss wohl vor allem eine geistige Treue gemeint sein. Denn 2007 verkaufte Corre das Label für sechzig Millionen Pfund. Agent Provocateur bleibt trotzdem unsittlich und greift da an, wo die Gesellschaft dunkle Punkte hat und ihre Prüderie lebt – weiter so!

Aufruhr in Mode – die Geschichte des Bikinis – Teil 1

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Heutzutage ist der Bikini ein selbstverständlicher Teil der Modewelt – doch das war nicht immer so. Die Geschichte des Bikini birgt massenhaft gesellschaftlichen Zündstoff. Es ist eine Geschichte von Vorurteilen und politischem Aufruhr. In diesem Artikel wollen wir diese spannende Geschichte nachzeichnen und zeigen, weshalb der Bikini noch immer ein Zeichen der Rebellion sein kann.

Von den frühen Anfängen zum Klassiker der Bademode

Als am 30.06.1946 eine Bombe auf dem Bikini-Atoll in die Luft geht und damit das Zeitalter der atomaren Konfrontation zwischen den USA und der Sowjetunion einläutet, ahnt die Welt noch nicht, welch modischer Sprengstoff gerade in den Pariser Ateliers von Louis Réard entsteht. Louis Réard ist zu diesem Zeitpunkt im Begriff, Zeichnungen für einen zweiteiligen Badeanzug zu kreieren, für den es bis dahin noch keinen Namen gibt. Als er von dem Test auf den Marshall Inseln erfährt – einem Paradies, welches droht atomar verstrahlt zu werden – hat Louis Réard den Namen gefunden: der Bikini. Was für ihn harmlos und wenig aufrührend war, ein Badeanzug in zwei Teilen, hatte das Konfliktpotential einer mittelschweren politischen Krise. Models weigerten sich zunächst den Bikini auf den Laufstegen zu präsentieren. Schließlich musste eine Nackttänzerin den Bikini der internationalen Presse vorführen. Die Freizeitgesellschaft war zu diesem Zeitpunkt einfach noch nicht bereit, so viel nackte Haut zu zeigen.

Immerhin war der zweite Weltkrieg gerade vorbei, Europa lag noch immer in Trümmern und das Bild von Weiblichkeit hatte sich stark verändert. Die Mode war praktischer geworden und hatte an Extravaganz verloren – schließlich hatte man im Krieg andere Probleme als die zeitgenössische Bademode. Der Bikini war also das erste modisch-politische Wagnis nach dem zweiten Weltkrieg, welches in den gegebenen Ausmaßen vielleicht nur noch vom Minirock in den 60s getoppt werden konnte. Die politischen Reaktionen auf den Bikini deckten ein Spektrum ab, das von „total verrückt“ bis „erzkonservativ“ reichte  – auch wenn beides sich nicht ausschließen muss. Die Französische Politik führte im Schnellverfahren Verbote gegen den Bikini ein. In einigen Teilen Frankreichs wurden strenge Gesetze erlassen, in anderen wurde wohlwollend weg geschaut, wenn Frauen den Bikini trugen. Die katholische Kirche war – typisch für ihre politische Rückständigkeit –  wieder einmal der Vorreiter für eine Politik gegen den Bikini.

Der Vatikan machte sich für ein Verbot der Bikinis in Italien stark und auch in Spanien war die politische Elite alles andere als amused, als der Bikini das Licht der Welt erblickte. Im Spanien von Diktator Franco ohrfeigten Sittenwächter Frauen, die an der Costa Brava Bikinis trugen. Dieser politische Druck und eine Veränderung des weiblichen Schönheitsideals, das den klassischen Zweiteiler bediente, sorgte dafür, dass der Bikini erst einmal von der Bildfläche verschwand. Erst Mitte der Fünfziger wurde die Idee des Bikini wieder aufgenommen. Vor allem durch Filme wie James Bond mit Schauspielerin Ursula Andress, gelangte der Bikini zu neuer Bekanntheit. Der Bikini wurde plötzlich wieder sehr gefragt, konnte den politischen Schrecken, den er in den 40s provoziert hatte aber nicht mehr hervorrufen. Der Bikini begann an den Stränden für Aufsehen zu sorgen, wurde aber weithin toleriert. In den 60s, der Zeit der sexuellen Revolution, kämpften Frauen für das Recht auf Selbstbestimmung ihres Körpers. Dazu zählte auch das Tragen von Kleidungsstücken, die potentiell als „anrüchig“ wahrgenommen werden konnten. Der Bikini wurde somit nochmal zum Statement von Frauen, die sich nicht scheuten, ihren Bauchnabel zu zeigen und ihre weiblichen Formen in den Fokus der Öffentlichkeit zu stellen.

Da die Geschichte des Bikinis so lang und konfliktreich ist, wollen wir im nächsten Teil dieser Artikelreihe einen weiten Blick zurück in die Antike und in die Zukunft des Bikinis werfen.

Die Bademode von Anna Kosturova – hippe Teile mit extravaganten Elementen

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Nach eigenen Angaben entnahm die kleine Anna Kosturova bereits mit 3 Jahren modische Ideen aus ihren liebsten Disney Filmen und kleidetet über Stunden ihre Puppen danach ein. Doch dass der kindliche Spieltrieb – das Spontane und Ideenreiche – auch vom Schulsystem unterworfen werden kann und der Instinkt in enge Korsetts gesteckt wird, musste Anna Kosturova am eigenen Leibe verspüren. Trotz allem biss sie sich durch und schaffte es, einen Studienplatz zu ergattern. Das Studium schloss die ehrgeizige Designerin mit einem Master in Maschinentechnik ab, wobei sie sich schon vor diesem Zeitpunkt besonders für Fertigungsverfahren in der Textilindustrie interessierte. Von da an dauerte es noch ein paar Jahre, bis Anna Kosturova ihre Energie in praktische Mode umsetzte. Schließlich war es die Liebe zum Element Wasser, das sie dazu bewog, Bademode zu kreieren. Heute ist die Welt der Bademode nicht mehr komplett ohne ihre Schöpfungen. So vielseitig und umtriebig sieht man nur selten Designer arbeiten. Bei der Mercedes Benz Fashion Week in Miami, die jährlich die beste Bademode für den nächsten Sommer zeigt, wurden nicht nur ihre Stücke sondern auch sie gefeiert. Diesen Sommer ist ihre Bademode bei Stars und Sternchen gleichermaßen beliebt. Wieso dies der Fall ist und was wir von ihr zu sehen bekommen, wollen wir in diesem Artikel erforschen.

Wie in anderen Teilen der Modewelt, ist auch bei der Bademode ein Trend zu beobachten: handgemachte, gehäkelte Mode. In diesem Sommer sind gehäkelte Kleider einfach das Nonplusultra. Sie sind sehr feminin und lassen niemanden schwitzen. Anna Kosturova hat diesen Trend aufgenommen und auch auf die Bikinis übertragen. Die gehäkelten Bikinis wirken super sexy und schlagen voll in die Vintage-Kerbe. Die Kombination aus gehäkeltem, leicht transparentem Kleid und gehäkeltem Bikini funktioniert einfach großartig. Wem diese Anleihe am Charme der 60s und 70s noch nicht genug ist, der kann den Häkel-Look noch auf ganz andere Jahrzehnte angewendet finden. Anna Kosturova hat mit gehäkelten Deauville Shorts, die dieses Jahr in so vielen Bademodekollektionen auftauchen, echt den Vogel abgeschossen. Die hoch taillierten Hosen, die super zu Bikinioberteilen im selben Look passen, sind ein echter Hingucker. Wem die Teile zu langweilig sein sollten, für den hat Anna Kosturova noch ein paar echte Kracher vorbereitet. 2013 nutzt sie nicht nur helle Materialien – wobei dies überwiegend so zu sein scheint – sondern nutzt Camouflage für ihre Bademode. Der Kontrast zwischen gehäkeltem Material und dunklem Camouflage ist wirklich interessant und sollte an jedem Strand Aufsehen erregen.

Das die Designerin voll und ganz auf die alten Techniken wie Häkeln und Flechten versessen ist, dass beweisen auch die kurzen Strandkleider, die jede Frau auf dem Weg zum Beach tragen sollte. Ihre Spezialität sind die kurzen, ärmellosen Tunicakleider. Sie sind super bunt und erregend und  passen damit voll in der Farbtrend 2013.

Eine super Idee sind auch die legeren Seidenkleider für den Weg zum See oder das Meer. Sie lassen sich nicht nur problemlos tragen und ermöglichen es, dass viel frische Luft an die Haut gelangt, man kann sie auch unterschiedlich wickeln. Diese multifunktionalen Kleider, die mal als Rock, mal als Ein-Schulter-Kleid getragen werden können, sind einfach der letzte Schrei der diesjährigen Bademode.

Die Bademodedesign Anna Kosturova hat die guten Kritiken wirklich verdient. Sie zeigt mit ihren Kollektionen, dass selbst totgesagte Handarbeitstechniken wieder fruchtbar gemacht werden können und sich hervorragend in die aktuelle Mode integrieren lassen. Frauen sollten in diesem Sommer definitiv gestrickte Bademode ausprobieren, denn nicht alles, was antiquiert wirkt, ist verstaubt und unattraktiv. Es bleibt an dieser Stelle nichts mehr zu sagen, als allen einen (hoffentlich) warmen Sommer und einen schönen Tag am Strand zu wünschen.

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